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Guimarães – die erste Hauptstadt Portugals

Guimarães ist eine historische bedeutsame Stadt im Norden Portugals, deren altes Zentrum mit seiner jahrhundertealten Bausubstanz von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Guimarães war im 12. Jahrhundert die erste Hauptstadt Portugals.

Guimarães – Wiege der portugiesischen Nation

Die Geschichte von Guimarães begann im späten 11. Jahrhundert, als der erste Graf von Portugal – Heinrich von Burgund – der damaligen Marktsiedlung das Stadtrecht verlieh. Im Jahr 1096 machte er die aufstrebende Stadt zur Hauptstadt seiner Grafschaft Portugale. Um das Jahr 1109 wurde sein Sohn Alfons geboren. Damals ahnte noch niemand, dass der Sprössling einst als erster König von Portugal über einen Teil der Iberischen Halbinsel herrschen sollte. Alfons errang im Jahr 1139 einen historischen Sieg über die Mauren, die zum damaligen Zeitpunkt immer neue Teile der Iberischen Halbinsel an die christlichen Truppen verloren. Nach der Schlacht von Ourique ließ sich Alfons I. zum ersten König von Portugal ausrufen und ernannte Guimarães zur Hauptstadt des jungen Reiches.  

Universitätsstadt und UNESCO-Weltkulturerbe

Obwohl Guimarães zu den ältesten Städten des Landes zählt, empfängt sie ihre Besucher mit jugendlichem Charme. Das liegt unter anderem an den zahlreichen Studenten, die in den Abendstunden die Bars und Clubs belagern. Rund 158.000 Menschen leben in der Universitätsstadt am Fuß der Serra da Penha. Der 600 m hohe Berg überragt die historische Altstadt, die im Jahr 2001 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die komplett restaurierte Altstadt besteht aus einem Labyrinth an Gassen, von denen eine der reizvollsten, die Rua de Santa Maria, vom Burgensemble zum sogenannten Ölbaumplatz (Largo da Oliveira) führt.  

Video: Guimarães - PORTUGAL - Rundgang

Mittelalterliches Erbe in Guimarães

Guimarães besticht mit einem mittelalterlichen Charme, wie ihn nur wenige Städte in Portugal zu bieten haben. Die alte romanische Burg mit der Bezeichnung Castelo wurde im 10. Jahrhundert errichtet und gehört noch heute zu den am besten erhaltenen romanischen Anlagen auf der Iberischen Halbinsel. Mit ihren zinnenbewehrten Türmen, dem 27 m hohen Bergfried und den meterdicken Wehrmauern wirkt sie wie ein steinernes Bollwerk zur Abwehr von Eindringlingen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Taufkapelle des ersten portugiesischen Königs. Der Taufstein im Inneren ist eine originalgetreue Nachbildung. Einer Trutzburg ähnlich steht der Palast des Dukes von Braganca im Burgenviertel. Als Vorbild für die Architektur dienten normannisch-burgundische Adelspaläste aus Frankreich. Mit seinen Mauern aus dunklem Granit und seinen schießschartenartigen Fenstern wirkt der Palast von außen kühl und abweisend.  

Der Largo da Oliveira ist der zentrale Platz in der Altstadt von Guimarães. Hier steht die Klosterkirche Igreja de Nossa Senhora da Oliveira, die das Gotteshaus eines im Jahr 960 gegründeten Klosters war. Teile der Kirche und der mittelalterliche Kreuzgang wurden zu einem Museum für sakrale Kunst umfunktioniert. Ein eindrucksvolles gotisches Gemäuer ist der sogenannte Alpendre. Dabei handelt es sich um eine quadratische Säulenhalle aus dem Jahr 1342, die vor dem Westportal der ehemaligen Klosterkirche steht. Mit dem alten Rathaus aus dem 14. Jahrhundert steht ein weiteres Bauwerk aus dem Mittelalter am Ölbaumplatz.  

Mit der Seilbahn auf den Penha-Berg

Im Südosten von Guimarães befindet sich die Talstation einer Seilbahn, die im gesamten Stadtgebiet als Teleférico de Guimarães ausgeschildert ist. Sie führt auf den Gipfel des Penha-Berges, auf dem sich der gleichnamige Park erstreckt. An der Bergstation nehmen Wanderwege ihren Anfang, die zu mehreren Aussichtspunkten führen. Von hier haben Sie eine überwältigende Aussicht auf die Universitätsstadt. Für den Abstieg vom Gipfel des Penha-Berges stehen Ihnen verschiedene Fußwege zur Verfügung oder Sie nutzen ein weiteres Mal die Seilbahn. Mit der Hafenstadt Porto und der Stadt Braga ist Guimarães über eine Zugverbindung verbunden. Sollten Sie ein Ferienhaus in Portugal an der Atlantikküste gebucht haben, gelangen Sie auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Universitätsstadt.

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